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10.
Tsa

Wer solche Helden hat...

Der Morgen des 10. Tsa beginnt bedeutend angenehmer als die Meisten, nämlich mit einem reichhaltigen Frühstück im Gasthaus Heldenhof. Für Innuendo ist er doppelt erfreulich, da er von Ricarda eine Behandlung seiner Wunden erhält, die immer noch ziemlich übel aussehen.

Derart gestärkt beginnen die Helden mit ihrem Tagwerk, dem Erwerb einiger Ochsen für Alriksei. Dem Norbarden stößt aufgrund seiner Herkunft einiges an Misstrauen entgegen und es war ihm deshalb bisher nicht möglich, sie selbst zu kaufen.
Zuerst hoffen die Helden auf Hilfe von Alwin Wippflügler, aber der sieht sich bei seinen eigenen Anliegen bereits mit Wiederstand konfrontiert und ist dieses Mal außerstande, Unterstützung zu leisten.

Deshalb nehmen die Helden die Sache selbst in die Hand. Nach einer kurzen Erkundigung im Traviatempel, werden sie an einen erfahrenen Händler verwiesen, der sie beim Kauf beratend unterstützen soll. Der Gute wird Notjeff genannt und ist zuerst nicht bereit zu helfen. Das Angebot, im Austausch für seine Dienste mit ihm weiter zu reisen und ihn vor der Kreatur in den Wäldern zu beschützen, scheint ihm nicht zuzusagen. Er vertritt die Ansicht, ehrlich aber trotzdem ein bisschen verletzend, dass er die anwesenden Helden für nicht besonders kompetent hält.
Die lassen sich nicht einfach so abweisen und ganz besonders Innuendo brennt darauf, ihm das Gegenteil zu beweisen. Er stellt sein Talent und die Furchtlosigkeit Lugwins unter Beweis, indem er versucht, dessen Stab mit einem Wurfmesser zu treffen. Zur Freude des Geschichtenerzählers trifft er diesen auch.
Nach dieser Darbietung und den wiederholten Anfragen der Helden erklärt sich der Händler endlich einverstanden. Da er noch sein umfangreiches Frühstück zu Ende genießen möchte, nutzen die Helden die Zeit um Vorräte zu kaufen. Bolgar frischt seinen Alkoholvorrat auf, für den Fall, dass er unterwegs eine kleine Kompanie zu einem Umtrunk einladen möchte.

Gemeinsam macht man sich dann auf den Weg zum Hof des alten Bauern Friedjoff. Es benötigt einiges an Überzeugungskunst um von diesem den Preis von je 35 Dukaten für 4 gesunde, kräftige Ochsen genannt zu bekommen, aber letztendlich darf die Gruppe in Begleitung einiger Zugtiere den Rückweg in die Stadt antreten.

Dort angekommen werden sie Zeuge der Ankunft gleich mehrerer alter Bekannter. Als erstes sehen sie zwei Gestalten in Begleitung zweier kräftiger Zugpferde. Es handelt sich dabei um die Schitzin Jadviege und ihren Knappen, die die Helden bereits bei ihren Abenteuern an den Hardener Sprenkeln kennen gelernt hatten. Sie befinden sich ebenfalls auf dem Weg zum Turnier in Irberod. Gerne nimmt Jadviege die Einladung zu einem Umtrunk im Heldenhof an und macht sich, Arm in Arm mit dem äußerst hedonistisch wirkenden Händler, auf, mit dem Spaß bereits am Mittag zu beginnen. Dunkle Vorahnungen sind in den Augen des Knappen zu erkennen, als er den beiden nachblickt und die Helden bittet, auf seine Herrin zu achten.

Als die Gruppe den beiden ins Innere folgt, schlägt ihnen eine Atmosphäre guter Laune entgegen. Im Innern hat sich ein Haufen Leute versammelt, die, laut Alriksei, alle in Richtung Irberod reisen wollen, seit sie gehört haben, dass das Monster in den Wäldern erlegt worden sei.
An einem Nachbartisch sind Janko Ragaschoff und einige seiner Begleiter zu sehen, zwei weitere Bewerber unterhalten sich amüsiert und es ist sogar eine rothaarige Adelige anwesend, die sich als Cousine von Salwinja herausstellt.

Der Mittag geht recht schnell in den Nachmittag und dann den Abend über, ohne dass die angenehme Atmosphäre nachlässt. Jadviege und Notjeff ziehen sich gemeinsam auf ein Zimmer zurück um den Rest des Tages etwas privater zu verbringen. Auch Innuendo und Zeran gehen früh zu Bett, Bolgar macht es sich im Stall bequem. Lugwin vergnügt sich noch eine ganze Weile im Schankraum und bessert durch Geschichtenerzählen sein Gehalt auf.

Als er sich schließlich um kurz vor Mitternacht zur Ruhe legt, weckt er noch Innuendo auf dessen Bitte hin auf. Der gewitzte Dieb hatte während des Abends einen interessanten Einfall und macht sich sofort auf den Weg, diesen umzusetzen. Er besorgt sich eine Karaffe mit Wasser, schleicht in das Zimmer, in dem Notjeff und Jadwiege bis vor kurzem noch diverse rahjagefällige Tätigkeiten ausübten und platziert diese auf einem Tisch in der Mitte des Raumes. Dann verschwindet er wieder, so leise wie er kam, aber nicht ohne noch eine Dosis des Kotzmittels aus Festum ins Wasser zu mischen. Auf dem Weg nach draußen kann er sich ein kleines Grinsen nicht verkneifen, auch wenn der Anblick von Notjeffs massigen, nackten Körper doch schwer aufs Gemüt schlägt.
Zufrieden mit seinem Nachtwerk macht sich der Dieb noch auf, bei den Ochsen nach dem Rechten zu sehen. Als er die Tür öffnet schlägt ihm aber eine solches Tohuwabohu an Tierlauten entgegen, dass er schleunigst das Weite sucht. An dieses Tollhaus schleicht sich niemand mit bösartiger Absicht heran.

Der Lärm der Vierbeiner weckt unterdessen Bolgar auf, der sofort nach dem Rechten sieht. Die frisch erworbenen Ochsen sind aufgebracht, können aber durch gutes Zureden beruhigt werden. Das Rudel Schlittenhunde, das einem anderen Bewerber gehört und für einen Großteil des Radaus verantwortlich ist, wird von ihm mit einigen Hartwürsten bestochen. Das hat zwar erst einmal mehr Radau zur Folge, sorgt langfristig aber dann auch doch für Ruhe.
Bei einem kurzen Blick in ein anderes Gehege, sieht der Zwerg, dass ein anderer Ochse sich bei dem Tumult anscheinend am Bein verletzt hat. Es handelt sich um eines der ragaschoffsen Rindviecher, was natürlich sehr bedauerlich für deren Besitzer sein wird. Hilfsbereit wie er nun mal ist, behandelt Bolgar das Gebrechen auf Zwergenart - mit Alkohol. Eine Flasche Meskinnes landet in der Tränke der verdutzten Vierbeiner und verspricht ihnen einige angenehme Stunden

Erstellt von admin
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