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4.
Hesinde

Verliese und Drachen

Die seltsamen Visionen noch immer vor Augen, fassen sich die Helden langsam wieder. So gerne sie auch Antworten auf ihre Fragen hätten, im Moment gibt es wichtigeres zu tun. Es gilt, mehr über die Aktivitäten des Feindes herauszufinden und so vielleicht auch das Rätsel der Artefakte zu lösen.

Zu diesem Zweck versammelt man sich in der Zelle des schwer verwundeten Emjan um diesen zu verhören, natürlich mit der Erlaubnis des praiosgläubigen Burgherren. Zu diesem Zweck wurde auch Fetanka eingesammelt, die sich, falls nötig, um entstandene Verletzungen kümmern soll.

Doch das Verhör bringt nicht die erforderlichen Ergebnisse. Emjan zeigt sich überaus resistent, soweit ansprechbar und selbst der Einsatz eines Rauschkrautes beeinträchtigt seinen Geisteszustand nicht umfassen genug, um ihn zum Verrat seiner Kameraden zu verleiten. Auf Koljas Anraten hin, entscheidet man sich dann für eine Spähmission im Wald, in der Hoffnung, so mehr über das weitere Vorgehen der Gegenspieler in Erfahrung zu bringen.

Der Ausflug läuft den Umständen entsprechend gut, so wird deutlich, dass das Ritual allem Anschein nach wie geplant stattfinden soll. Die Artefakte in der Burg scheinen gar nicht dafür benötigt zu werden.

Um die Ritualstätte herum werden fünf Holzhaufen errichtet, Anshag von Rodebrandt-Ask, gekleidet in schwarzrote Gewänder, richtet den Altar her, auf dem sich auch das verschwundene Widderhorn befindet. Leider scheinen sich die Käfige am Rande der Lichtung in der Zwischenzeit gefüllt zu haben, insgesamt vier unglückliche Gestalten fristen dort ihr Dasein.

Natürlich werden sofort einige Ideen durchgespielt sie zu retten, in deren Verlauf Innuendo es mit einigen gefährlichen Eseln zu tun bekommt, aber ultimativ verworfen. Die Anwesenheit des Kor-Fanatikers ist ein zu großes Risiko. Auch der Versuch, im Zelt Rodebrandt-Asks möglicherweise an das blaue Buch zu kommen, erweist sich als erfolglos. Das vorherige Behältnis ist leer und so lässt der enttäuschte Langfinger nur die Papierfigur eines Storchen dort zurück.

Die Späher besinnen sich also auf ihre vorherige Direktive: Informationen sammeln ohne einzugreifen. Doch als sie sich in Beobachtungsposition begeben, passiert ein Missgeschick. Lugwin versucht, Innuendo auf einen Baum zu folgen, aber sein Stab behindert ihm beim Klettern so sehr, dass davon ein Arbeiter von der Lichtung angelockt wird. Die Situation scheint unrettbar und der aufmerksame Naseweis öffnet bereits seinen Mund, als ihn ein Pfeil von der Seite für immer zum Schweigen bringt.

Buchstäblich im letzten Moment ist Alriksei mit zwei weiteren Norbarden im Schlepptau erschienen und hat die beiden Kletterer vor einem unrühmlichen Ende bewahrt. Und nicht nur das, freudig berichtet er, dass er Bolgar mitgebracht hat – zusammen mit einer kleinen Überraschung. Der Zwerg war eigentlich auf der Burg geblieben, da es ihm an der nötigen Schleichbegabung mangelt, entschloss dann aber, dass seine kämpferisch eher unbegabten Begleiter sicher seine Unterstützung nötig haben.

Da ein Zwerg niemals ohne seine beste Waffe die Burg verlässt, hat er kurzerhand den Skorpion mit in den Wald genommen, was der Rest der Gruppe natürlich mit einem leichten Kopfschütteln zur Kenntnis nimmt.

Die Gruppe teilt sich nun erneut. Der schwarzseherische Zwerg nimmt Stellung im Unterholz auf der Klippe um mit Norbarden und schussbereitem Skorpion Feuerunterstützung zu liefern, während Lugwin, Kolja und Innuendo sich unter die Menge mischen, die nun auf der Lichtung eintrifft. Als Warnung im Ernstfall wird der Satz: „Bei der Trommel!“, festgelegt.

Unter den Versammelten finden sich einige bekannte Gesichter. Rudjew von Arauken ist ebenso anwesend wie Jaroslaf von Kirschhausen-Krappwitzkoje (ich gebs auf..) und auch das Wappen derer von Ilmenstein ist sichtbar.

Nach einiger Wartezeit taucht dann auch der wichtigste Gegenspieler auf. Anshag hat sich ordentlich in Szene gesetzt, zusätzlich zu seinen schwarzroten Kleidern ist das Gesicht in den selben Farben geschminkt. Das Fackellicht lässt ihn beinahe unwirklich aussehen, was durch den Inhalt seiner Rede nur verstärkt wird. Er bezeichnet sich selbst als zweigesichtigen Herold und kündigt an, dass mithilfe des Ordens der Brüder und Schwestern von Jenseits des Schwertes nun endlich die Zeit der großen Taufe gekommen ist. Die Gewalt seiner Worte wird untermalt durch Feuerwerk, das auf der Klippe entzündet wird und durch die Gefangenen, die nun auf die Lichtung gebracht und gefesselt werden.

Sodann kündet der Agitator den Hochmeister des vierten Ornats an und wie gerufen landet selbiger auf seinem Drachen um sogleich ebenfalls eine Rede zu halten. Den Zuhörern wird versprochen, durch Kors Samen den Sieg zu erlangen, der Verrat an der silbernen Horde wird geschmäht und Famerlor und Mythrael preist. Er beendet seine Rede mit einigen Sätzen, die hauptsächlich Unverständnis bei den anwesenden Helden hervorrufen: „Wenn sich der Abgrund der Honoren vor euch auftut, dann stürzt euch hinein! Steigt über schlafende Riesen, ringt mit der dreihäuptigen Schlange, metzelt die dreizehn Eber der Unvernunft nieder und zermalmt die kriechenden Maden des ungleichen Gleichnisses.“

Es folgt ein leises, kaum hörbares Zischen, gefolgt vom deutlich hörbareren Reißen von Metall.

Der bis eben noch so selbstsichere Redner schaut ebenso fassungslos wie die Menge auf das zwei Meter lange Geschoss, das sich durch seine Brust gebohrt hat.

Als er umfällt, bricht die Schockstarre der Menge und Kolja schafft es noch, sich eine Fackel zu besorgen, bevor alle von einem scheinbar kaum erschütterten Anshag zur Ruhe aufgefordert werden.

Der Moment scheint Bolgar passend und er feuert den kleinen Bruder der Waffe von gerade eben ab. Rodebrandt-Ask lässt sich von dem plötzlich auftauchenden Bolzen in seiner Schulter aber nicht beeindrucken, auch wenn er sofort die Anwesenden auf die Suche nach den Schützen schickt, die natürlich bereits die Position wechseln.

Der verwundete lässt sich sogleich von einer Eskorte in den Schutz eines Findlings eskortieren, aber Kolja und Lugwin stehen schon bereit. Beinahe zeitgleich werfen sie Fackeln in zwei Wagen, die sich auf dem Platz befinden und mit Feuerwerk beladen sind. Die entstehende Druckwelle fegt die Gruppe der Schutzsuchenden zu Boden, doch Kolja ist noch nicht fertig. Ein gut gezielter Wurfspeer zwischen zwei Panzerplatten des Drachen mach diesen so richtig wütend.

Sofort schwingt er sich in die Lüfte und badet die Lichtung in Feuer. Zwei von Anshags Begleitern gehen brennend erneut zu Boden, während er selbst einen weiteren Bolzen von Bolgars Armbrust abbekommt, der ihn ordentlich mitnimmt.

Der Waldläufer sieht den Moment gekommen auf die Lichtung zu rennen, wo er sich das frei herumliegende Widderhorn schnappt und versucht die Gefangenen zu befreien. Leider hat sich der Rest der Eskorte schnell gefangen und setzt ihm nach, so bleibt ihm nichts übrig, als sich in die Büsche zu schlagen.

Mit der Eskorte in einer Verfolgungsjagd, dem Drachen der nun Bolgar und den Norbarden zusetzt, scheint der Weg für Lugwin und Innuendo frei zu sein um den Oberbösewicht höchstselbst auszuschalten. Der Kampf wird mit einem Wurfmesser eröffnet und kurz darauf landet auch noch ein Dolch zwischen den Rippen des nun schwer angeschlagenen Korfanatikers.

Doch dieser ist noch nicht geschlagen. Mit einer blitzschnellen Bewegung schneidet er sich selbst das Ohr ab und wirft es dem verdutzten Dieb direkt vor die Füße, während er einige Verse rezitiert.

Sofort verfärben sich seine Augen ins Schwarze und noch schneller als vorher zückt er sein Schwert um sich der Angreifer zu erwehren.

Zu seinem Pech erholen sich diese schnell. Der mutige Lugwin lässt sich auf einen Kampf ein und muss trotz der offensichtlichen Verwundungen schwer einstecken, aber das gibt Innuendo die Möglichkeit, sich in den Rücken des dämonisch wirkenden Kämpfers zu begeben. Dort krallt er sich nicht nur das blaue Buch, das Anshag dort fallen ließ, sondern auch eine seltsame Phiole, die der Drachenreiter mitgebracht hatte.

Mit seiner Beute im Arm zieht er sich sofort in den Walt zurück und auch Lugwin macht es ihm gleich, kassiert aber noch einen Schlag.

Mit einigen Schwierigkeiten lässt der Geschichtenerzähler den Irren hinter sich zurück und separat begeben sich alle Abenteurer auf die Reise zurück zur Burg.

Einer der ersten der dort ankommt ist Bolgar, der erstmal die ganze Burg in Aufregung versetzt, indem der behauptet, der Drache könnte immer noch hinter ihm her sein. Die Brandwunden, die er sich bei der Flucht zuzog, verstärken diesen Eindruck und es benötigt Koljas Eintreffen einige Zeit später um die Anspannug zu entschärfen. Die beiden vermissten Mitglieder brauche währenddessen bis zum Morgengrauen, nicht zuletzt wegen der Patrouillen, die im Wald herumstreifen.

Letzten Endes sind aber alle wieder auf der Burg vereint, mehr oder weniger angeschlagen, aber dafür haben sie auch ordentlich was erreicht. Wie es die Mitglieder selber so schön ausdrücken: „Unsere Methoden mögen fragwürdig sein, aber die Erfolge sprechen für uns.“

Erstellt von Benjamin
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Kommentare

Kleine Korrektur, dass Wappen das wir bei den Korknaben noch gesehen haben war Ilmenstein nicht Ilbenstein

Geschrieben von Jonas am 19.11.2019 um 17:32
Ich hatte überlegt, anstatt diesen Bericht zu schreiben könnte ich auch das DSA-Regelwerk ins Englische übersetzen. Aber das war mir dann doch zu viel Efferd.

Geschrieben von Benjamin am 19.11.2019 um 16:41