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3.
Hesinde

Prison Break

Es ist sehr später Nachmittag, eher fortgeschrittener Abend, ja beinahe schon Nachtbeginn, als Kolja den brilliantesten Plan ausführt, den er und seine Begleiter je ausgeheckt haben. Es ist quasi unmöglich, dass er schiefgeht.
Gewandet wie ein praiosfürchtiger Mönch, aber deutlich gewandter, begibt er sich zum gefangenen Dabberd und kleidet ihn ebenso stilvoll ein.


Kolja's Modetipp: Eine simple Robe aus bescheidenem Braun vermittelt Hingabe und Devotion. Dank des zeitlosen Praiossymbols perfekt für den zwölfgöttergläubigen Laien und die anpassungsfähige Farbe und der traditionelle Schnitt ermöglichen ein Tragen zu jeder Jahreszeit.


Dabberd scheint zunächst unsicher, lässt sich aber überreden, die Nachricht zu überbringen, dass die Artefakte aus der Burg geschafft worden seien. Dass ihm überhaupt nicht wohl bei der Sache ist, bemerkt man deutlich beim anschließenden Spießrutenlauf über den Burghof.
Als Marissja die beiden Verkleideten kurz aufhält, werden seine Nerven dann einer gewaltigen Zereißprobe ausgesetzt - doch sie halten. Koljas Begabung in Gebärdensprache ist es zu verdanken, dass Marissja die beiden passieren lässt und schon bald befinden sie sich auf dem Weg ins Dorf.


Tatsächlich ist hier aber noch von einer Gegebenheit zu berichten, die sich zutrug, bevor das verschwörerische Duo seine Reise antrat. So wurden Kolja und Salwinja Zeuge, wie Dabberd und zwei weitere Insassen gleichzeitig Opfer der altbekannten Besessenheit wurden. Im Zuge dessen versorgte das menschliche Geisterhaus die beiden auch mit Nachschub an kryptischen Botschaften: &...&
Nachdem das spektrale Intermezzo dann zu Ende war, geschah das obig Beschriebene.



Nachdem der gewitzte Waldmeister von seinem Ausflug zurückkehrt, wird einstimmig, nämlich mit Bolgars Stimme, beschlossen, noch einmal Fetanka aufzusuchen. Man hofft, dass diese sich vielleicht eher ein Reim auf das alles machen kann, als die gänzlich unpoetische Heldentruppe.

Es folgt ein Gespräch, das eher den Charakter einer Diskussion über theoretische Magie annimmt. Während Zerans vor sich hin fachsimpelt, fallen dem armen Innuendo fast die Augen zu, doch hält ihn etwas davon ab, in Morpheus Arme zu gleiten.
Noch halb dösend begibt er sich ans Fenster, um den Grund dafür auf die Spur zu kommen - und ist schlagartig hellwach. Das Geräusch, das ihn wach hielt, war nichts anderes als das kalte Klirren von Stahl auf Stahl.
Im Hof scheint es mehr als nur einen handfesten Tumult zu geben, einige der Insassen wagen einen Ausbruchversuch unter der Führung des gemeinen Emjan. Natürlich versuchen die Wachen ihr Möglichstes, aber da die Gegenseite Geiseln bei sich hat, kommt es kaum zu einer ernsthaften Intervention.
Die gewissenhaften Abenteurer reagieren schnell, Bolgar, Salwinja und Innuendo springen kurzerhand aus dem Fenster, in unterschiedlich eleganter Weise und rennen auf die Gruppe an Feinden zu. Kolja gibt ihnen währenddessen Feuerschutz und deckt die Feinde mit Pfeilen ein, so muss ausgerechnet Emjan bereits einen Treffer einstecken.
Zeran begibt sich unterdessen in Richtung der Mauer, um den Unholden den Weg abzuschneiden.

Im Hof ist der Kampf in vollem Gange, die Fliehenden haben sich ins Torhaus zurückgezogen, aber den Engpass nicht angemessen verteidigt. Die drei athletischen Abenteurer haben sich bereits in Nahkämpfe verstrickt, die dank der schlechten Bewaffnung der Ausbrecher keine allzu große Herausforderung darstellen.
Travine, zum Beispiel, verliert zuerst ihr Ohr durch einen von Koljas Pfeilen und dann ihr Leben, als sie plötzlich Salwinjas Schwert in ihrer Kehle findet.
Die nun eintreffenden Sonnenlegionäre verschieben das Kräfteverhältnis weiter, wobei Bolgar ihnen hilft, indem er einen weiteren Gegner fällt.

Da sich die Situation zusehends verschlechtert, brechen die Reihen der Geiselnehmer zusammen. Einige versuchen schnellstmöglich das Tor zu erreichen, während einer der Erkrankten beginnt, besagte Geiseln zu attackieren.
Beide Vorhaben werden vereitelt. Der kämpferisch eher unbegabte Dieb verwickelt den Geiselmörder in ein Gefecht und Salwinja fällt der Gruppe in den Rücken, die an der Tür von Sonnenlegionären aufgehalten werden.
Von da an ist der Kampf so gut wie beschlossene Sache.

Bolgar erledigt einen weiteren Gegner, auch der irre Nestan fällt unter einigen Hieben und sogar Emjan wird von Salwinja zur Strecke gebracht. Der Einzige, dem es gelang zu fliehen, wird durch Zerans Zaubermacht aufgehalten.

Es kommt noch kurz zu einer unschönen Entwicklung, als eine gut gerüstete Schar an Korkriegern von außerhalb auf das Tor zustürmt, aber geistesgegenwärtig schütten Zeran und Kolja einen ganzen Kessel erhitzten Pechs über ihnen aus.
Der unglückliche Angreifer direkt darunter ähnelt danach einigen Ravioli, die in der Dose gekocht wurden. Ein Anblick, der seine Kumpanen dazu bringt, schleunigst das Weite zu suchen.

Obwohl die Katastrophe also erfolgreich abgewendet wurde, ist der Burgherr.. nicht glücklich. Er macht den &Helden& einige Vorwürfe ob ihres Vorgehens, aber auch wenn die Moral einiger Aktionen fragwürdig war, lässt sich nicht bestreiten, dass sie funktioniert haben.


Das Rätsel, wie die Gefangenen entkommen konnten, ist schnell gelöst. In Travines Zimmer befindet sich ein Nachschlüssel, blutige Fußabdrücke deuten darauf hin, dass ein bis dato unbekannter Verschwörer seine Gefolgsleute befreite.

Ein erneuter Angriff wird für diese Nacht nicht mehr erwartet und alle begeben sich zur Ruhe.

Erstellt von Benjamin
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Kommentare

Es sollte uns nicht wundern, dass die Gefangenen weg wollten. Es heißt ja "Verlies" und nicht "Blieb".

Geschrieben von Benjamin am 11.11.2019 um 21:31